BBücherecke

„Jeder Schuss ein Treffer!
 Nun, nicht immer. So mancher Schuss geht nach hinten los, und so manche Prise Gift schluckt unverhofft der Falsche.
 Diese Geschichten haben es in sich, denn hier läuft es oft gänzlich anders als erwartet. Heimtückische Mordpläne, skrupellose Killer, perfide Mordwaffen, ahnungslose Opfer.
 Die Autoren mischen alle Zutaten zu einem teuflisch guten Krimicocktail. In vierundvierzig rabenschwarzen Geschichten jagen sie den Lesern kalte Schauer über den Rücken, die ihnen die Nackenhaare zu Berge stehen lassen, und strapazieren im nächsten Moment ihr Zwerchfell.
 In Mörderische Begierden stellen renommierte Autorinnen und Autoren fesselnde Krimi-Miniaturen vor.“  [Klappentext]

 

In dieser Kriminalkurzgeschichtenanthologie bin ich mit der Erzählung „Sick Lovestory“ vertreten. – Eigentlich handelt es sich bei dieser eher um eine Grusel- als um eine typische Kriminalgeschichte... Dennoch passt sie zweifellos gut zu den anderen Geschichten in der Anthologie: Es geht in ihr um einen geistesgestörten Mörder und sie ist, anders als die meisten meiner sonstigen Gruselgeschichten, nicht wirklich der fantastischen Literatur zuzurechnen (wobei ihr „Realismus“ durchaus ein magischer ist: in einem gewissen Sinn).

Sick Lovestory

Wieder einmal war es so weit: Wieder einmal stieg ich in meinen VW Golf, um das Städtchen in östlicher Richtung zu verlassen, und fühlte mich dabei wie ein Dieb in der Nacht. Es war beinahe schon dunkel. Weil mitnichten viel Verkehr war, fuhr ich mit relativ hoher Geschwindigkeit. Der Wagen schlang die Strasse runter wie Spaghetti.
 Knapp eine halbe Stunde dauerte die Fahrt. Dann parkte ich das Auto am Rande eines kleinen Waldes. – Mittlerweile war die Sonne gänzlich verschwunden und die Dunkelheit bedeckte die Landschaft wie ein schwarzer Nebel. Als ich ausstieg, da schlug die erhabene Tristesse des Nachtbeginns als dunkle Flut mit Wucht über mir zusammen, was womöglich der Grund dafür war, dass eine merkwürdige Angst in mir aufkam.
 Ich schloss meine verbeulte Karre ab. Danach ging ich zu Fuss ein Stück die Landstrasse hinauf, auf der ich eben noch gefahren war...

ISBN 978-3-86332-015-7

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